Minhye Chu

Clayhouse

16 x 16 x 11 cm, Keramik, glasiert, 2020
Installation mit Stahlrohr und Abdeckplane (3 x 2 x 2,5 m)




Das Modell wurde als 3D-Druck aus Ton hergestellt und anschließend gebrannt. Das Material schlägt eine Brücke zu Lehmbauten, die vor ca. 10.000 Jahren unabhängig voneinander in unterschiedlichen Weltregionen entwickelt wurden. Zu dieser Zeit wurden viele Kulturen sesshaft und die Idee eines festen Wohnorts entstand. Wenn Menschen als Nomaden leben, sind die Konzepte von Lockdown und Quarantäne kaum vorstellbar.

Lehm und Ton sind Materialien, die für den Hausbau in einem veränderten Erdklima wieder relevant werden. Sie können ressourcenschonend hergestellt und wiederverwendet werden, schützen im Sommer vor der Hitze und speichern im Winter die Wärme. Durch die Kombination mit 3D-Druck entstehen weniger Materialkosten, die Bauzeit wird reduziert und Auf- und Abbau werden flexibler.

Die Arbeit erinnert daran, wie die Bautechnik die Beziehung zwischen Menschen, Maschine und Material verändert. Aber sie wirft auch die Fragen auf, in welcher Bauart wir in der Zukunft leben und wie sie die Normalität des Wohnens beeinflussen wird.